Wie viel sollte man sparen? Das ist eine Frage, die sich viele von uns stellen. Es gibt allerdings keine allgemeingültige Antwort, denn deine perfekte Sparrate hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Im Folgenden möchte ich daher darauf eingehen, warum Sparen wichtig ist und welche unterschiedlichen Ansätze es zum Sparen gibt, sodass du die perfekte Variante für dich findest.
Warum sollte man sparen?
Ich weiß nicht wie es dir geht, aber mir wurde seit der Kindheit mitgegeben, dass es wichtig ist sparsam zu sein und etwas Geld anzusparen, um auf die Zukunft vorbereitet zu sein. Sparen hat viele Vorteile, diese sind unter anderem:
- Sicherheit und Kontrolle über deine Finanzen
- Altersvorsorge
- Vorbereitung auf unvorhergesehene Ereignisse
- Reduzierung von Stress
- Freiheit und Unabhängigkeit
- bessere Kreditwürdigkeit
Einige Faustregeln zum Sparen im Überblick
Egal ob, Notgroschen, Sinking Funds, Altersvorsorge oder andere finanzielle Ziele, es gibt viele Gründe, die dafür sprechen, einen Teil deines Einkommens zur Seite zu legen. Wie viel sollte man sparen? Welche Methoden und Faustformeln gibt es? Ich habe dir einige unterschiedlicher Methoden zusammengestellt. Sie sollen dir helfen, deine perfekte Sparquote zu finden.
Die 50-30-20 Regel
Eine der bekanntesten Faustformeln ist die 50-30-20 Methode. Bei dieser Variante teilst du dein Einkommen in drei Blöcke auf:
- 50 % deines Einkommens werden für lebensnotwendige Kosten, wie deine Miete, Transportkosten und andere unvermeidbare Ausgaben verwendet.
- 30 % deines Einkommens kannst du für nicht lebensnotwendige Ausgaben, wie beispielsweise Kleidung oder Hobbys sowie andere persönliche Wünsche verwenden.
- 20 % deines Einkommens werden entweder zum Schuldenabbau oder zum Sparen verwendet. Je nachdem welches Sparziel du verfolgst, kann das Geld in deinen Notgroschen fließen oder für andere Sparziele verwendet werden.
Diese Methode lässt sich an deine Lebensumstände anpassen, da sie von einem Einkommen abhängig ist und dementsprechend in der Höhe angepasst werden kann. Sie gibt dir eine grobe Struktur vor, innerhalb der du dein Budget entsprechend frei gestalten kannst.
Die 10 % Methode
Eine sehr einfache Faustformel ist die 10 % Methode. Bei dieser Methode wird dein Einkommen in zwei Teile geteilt. 90 % sind für alle möglichen Ausgaben gedacht und die verbleibenden 10 % werden gespart.
Diese Methode ist genauso wie die 50-30-20 Regel nicht an eine feste Summe geknüpft, sondern orientiert sich an deinem Einkommen. Ein besonderer Pluspunkt ist die Einfachheit dieser Regel. Sie ist daher besonders für Beginner beim Thema Sparen wunderbar geeignet.
Du schaffst mit dieser Methode eine solide Grundlage, sodass du deine Sparquote von diesem Ausgangspunkt entsprechend deiner Wünsche und Ziele anpassen kannst. Eine Variation ist beispielsweise die 80–20 Regel. Bei dieser sind 80 % für Ausgaben gedacht und 20 % zum Sparen. Aber auch eine 1/3 Variante gibt es. Bei dieser liegt der Fokus noch stärker auf dem Sparen.
Die Multiplikator-Regel
Diese orientiert sich weniger an der monatlichen Sparquote und mehr an der Summe, die du bis zu einem bestimmten Alter angespart haben solltest. Diese Faustformel bezieht sich vor allem auf deine Altersvorsorge. Das Ziel ist es, zum Beginn des Rentenalters finanziell abgesichert zu sein.
Die genannten Zahlen der Multiplikator-Regel beziehen sich dabei auf das jährliche Bruttoeinkommen.
- Im Alter von 30 Jahren: Mindestens das 1-fache des Jahresgehalts gespart haben.
- Im Alter von 40 Jahren: Mindestens das 3-fache des Jahresgehalts gespart haben.
- Im Alter von 50 Jahren: Mindestens das 6-fache des Jahresgehalts gespart haben.
- Im Alter von 60 Jahren: Mindestens das 8-fache des Jahresgehalts gespart haben.
- Im Alter von 67 Jahren: Mindestens das 10-fache des Jahresgehalts gespart haben.
Es gibt auch noch viele weitere Variationen dieser Faustformeln mit höheren oder niedrigeren Sparquoten. Diese orientieren sich beispielsweise an der Lebensphase, in der du aktuell steckst. So spart ein kinderloser Single mehr als ein Paar mit Kindern. Es gibt allerdings auch Ansätze, die einen sehr starken Fokus auf das Sparen haben und so Sparquoten von 50 % und mehr des Nettoeinkommens empfehlen.
Wie viel sollte man Sparen? – Meine Kritik
In der Frage: „Wie viel sollte man Sparen?“, steckt meiner Meinung nach auch viel Diskussionsbedarf. Während dir diese Faustformeln helfen können, dein Budget zu strukturieren und einen Fokus auf das Thema Sparen legen, sind sie auf der anderen Seite oft zu sehr vereinfacht für deine individuelle Situation.
Persönliche Finanzen sollten stets persönlich bleiben. Deine individuelle Situation ist entscheidend. So ist auch die Höhe, in der du sparst, von vielen Faktoren abhängig, unter anderem auch deinen Wünschen und Zielen.
Es ist außerdem fraglich, wie gut geeignet die einzelnen Faustregeln in der Realität wirklich sind. Es ist nicht für jeden einfach so möglich, beispielsweise 20 % des Einkommens zur Seite zu legen. Besonders Haushalte mit einem niedrigen Einkommen benötigen einen größeren Anteil des Einkommens, um Grundbedürfnisse zu erfüllen.
Diese starren Sparquoten können daher schnell dazuführen, dass Druck entsteht und du Unzufriedenheit empfindest. Auch unvorhergesehene Veränderungen der Lebenssituation werden nicht berücksichtigt. So können diese starken Vereinfachungen gar nicht alle individuellen Faktoren berücksichtigen.
Sparen ist ein wichtiger Schritt, um ein finanziell freies und unabhängiges Leben zu führen. Die unterschiedlichen Faustformeln können dir dabei eine Orientierung geben, wie du deine Finanzen strukturieren kannst. Vergiss allerdings nie ein ausgewogenes Verhältnis zu deinem Budget zu bewahren, nur so kann Sparen langfristig funktionieren.
Wie viel sollte man Sparen? – Konkrete Tipps für deinen Alltag
Sparchallenges: Sparchallenges sind eine gute Möglichkeit, um Motivation und Freude am Thema sparen zu finden. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Varianten, sodass für jeden etwas dabei ist.
Sparen automatisieren: Richte einen Dauerauftrag mit deiner geplanten Sparsumme ein. Entweder zum Monatsbeginn oder am Tag, an dem dein Gehalt ausgezahlt wird. Der große Vorteil ist die Regelmäßigkeit, mit der du an deinen Sparzielen arbeitest. Außerdem machst du deine Ziele somit zu einer Priorität. Gleichzeitig wird dir die mentale Hürde genommen, dich manuell darum kümmern zu müssen.
Ausgaben reduzieren: Schaue dir dein Budget genau an! Gibt es Ausgabenkategorien, die du reduzieren kannst oder auf die du möglicherweise ganz verzichten kannst? Das eingesparte Geld aus diesen Kategorien kannst du dafür verwenden, deine Sparziele schneller zu erreichen.
No-Spend-Challenge: Eine No-Spend-Challenge kann eine gute Möglichkeit sein, das eigene Konsumverhalten unter die Lupe zu nehmen. Indem du für einige Zeit auf nicht notwendige Ausgaben verzichtest, kannst du eine Menge Geld sparen.
Sparziele setzen: Kurzfristige und langfristige Sparziele können dir zudem helfen, deinen Fokus auf das Thema Sparen zu lenken. Sie sind oft mit deinen persönlichen Wünschen und Zielen verbunden und können dich motivieren, daran zu arbeiten.
Ich hoffe, dieser Artikel konnte dich motivieren über das Thema Sparen etwas genauer nachzudenken. Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, könnten dich auch diese Themen interessieren:
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