Vorratshaltung ist doch noch etwas aus der Zeit unserer Großeltern, oder? Von den frühen Jägern und Sammlern bis in die heutige Zeit hat die Vorratshaltung eine lange Vergangenheit. Wie kann dir ein gut durchdachter Lebensmittelvorrat dabei helfen, Geld zu sparen und abwechslungsreich zu essen?
Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass es einen gravierenden Unterschied zwischen einer organisierten Vorratshaltung und Panik- bzw. Hamsterkäufen gibt. Einen Vorrat legst du mit der Zeit an und ergänzt ihn immer wieder durch das ein oder andere Produkte. Das Ziel ist nicht, die Regale im Supermarkt leerzuräumen, sodass es für andere Personen zu Versorgungsengpässen kommt. Von Hamsterkäufen ist daher an dieser Stelle deutlich abzuraten.
Warum Vorratshaltung?
Es gibt die verschiedensten Gründe, warum eine Vorratshaltung für deine Lebensmittel sinnvoll sein kann.
- Schutz vor Engpässen: Wir alle haben es in den letzten Jahren immer wieder erlebt, dass bestimmte Artikel in keinem Lebensmittelgeschäft mehr zu bekommen waren. Baust du über längere Zeit einen Vorrat auf, bist du vor solchen Engpässen geschützt.
- finanzielle Absicherung: Das Leben ist ungewiss und schnell können unvorhergesehene Dinge passieren, die deine Finanzen in eine Schieflage bringen. Eine Vorratshaltung kann eine angespannte finanzielle Lage etwas mildern. Da du bereits Lebensmittel und eventuell auch andere Haushaltswaren in deinem Vorrat hast, kannst du beim Budget eine Zeit lang den Gürtel etwas enger schnallen. Das übriggebliebene Geld kannst du für andere Ausgaben oder deinen Notgroschen nutzen.
- Mehr Zeit: Ein Vorrat kann, dir außerdem einiges an Zeit sparen. Wenn du ein paar Lebensmittel vorrätig hast, sparst du dir einige Gänge in den Supermarkt, für fehlende Zutaten und damit auch einiges an Zeit.
- Geld sparen: Größere Mengen oder im Angebot kaufen kann dir dabei helfen Geld zu sparen, es gibt viele Lebensmittel, die sich wunderbar lagern lassen und die du dann kaufen solltest, wenn sie am günstigsten sind.
- Spontan sein: Es hat sich spontan Besuch angemeldet und du möchtest etwas Leckeres kochen? Mit einem guten Lebensmittelvorrat kannst du schnell und super spontan etwas Leckeres zaubern. Der hektische Sprint zum Supermarkt entfällt.
Wie gehst du vor?
Vorratshaltung klingt gut, aber du stellst dir jetzt vielleicht die Frage: Wo fange ich am besten an und worauf sollte ich achten?
Vorratshaltung nur mit Lebensmitteln, die du magst
Lebensmittel vorrätig zu haben ist eine gute Idee, allerdings nur, wenn du diese Produkte auch verwendest. Es bringt nicht viel Lebensmittel zu lagern, die du nicht isst oder die du vielleicht gar nicht verträgst. Bei einer sinnvollen Vorratshaltung geht es nicht darum, möglichst viel zu lagern, sondern die Produkte vorrätig zu haben, die du gerne verwendest. So sparst du Zeit und Geld.
Produkte, zu lagern, bei denen du genau weißt, dass du sie vermutlich nie verwenden wirst, ist daher nicht sinnvoll. Überlege dir beim Einkaufen genau, welche Lebensmittel du auch wirklich verwenden möchtest. Das hilft zudem, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Damit dir das besser gelingt, kannst du dir im Vorfeld vielleicht ein paar Rezepte überlegen, die du gerne isst und häufig kochst. Zutaten für solche Gerichte zu lagern sinnvoll, um schnelle eine leckere Mahlzeit auf den Tisch zu bekommen.
Welche Lebensmittel eignen sich?
Es gibt eine Vielzahl an Lebensmitteln, die sich hervorragend lagern lässt. Je nachdem welche räumlichen Möglichkeiten du hast und welche Konservierungsmöglichkeiten zu verwenden möchtest, variiert die Anzahl unterschiedlicher Lebensmittel.
Lebensmittel, die direkt nach dem Kauf in den Vorrat gelegt werden können:
- Couscous
- Essig
- getrocknete Früchte
- getrocknete Gewürze
- Grieß
- Haferflocken
- Honig
- Hülsenfrüchte
- Konserven wie: passierte Tomaten, Kidneybohnen, Mais
- Mehl
- Marmeladen
- Nudeln
- Nüsse und Körner
- Polenta
- Reis
- Salz
- Sojasoße
- Zucker
Diese Liste ist natürlich nicht vollständig, ergänze fehlende Lebensmittel und streiche die, die du nicht magst oder nicht verträgst. Je nachdem, welche Lebensmittel du lagern möchtest, schaust du dir am besten die empfohlene Lagerung an, damit gelagerten Produkte möglichst lang haltbar sind und ihre Qualität behalten.
Konservierungsmöglichkeiten
- Einfrieren: Lebensmittel, die schnell verderblich sind, behalten so für eine deutlich längere Zeit ihre Haltbarkeit. Achte vor dem Einfrieren darauf, dass die Lebensmittel gut verschlossen sind, um Gefrierbrand zu verhindern. Dieser verdirbt deine Lebensmittel zwar nicht, allerdings kann er die Qualität mit der Zeit deutlich beeinflussen.
- Einwecken: Eine traditionelle Methode, um Lebensmittel länger haltbar zu machen. Obst, Gemüse, aber auch Fleisch oder Fisch lassen sich so für eine sehr lange Zeit lagern. Wenn du noch nie etwas eingeweckt hast, kann es auf den ersten Blick möglicherweise abschreckend wirken, aber wenn du dich an eine Anleitung hältst, sind deine Lebensmittel lange haltbar und sicher zum Verzehr.
- Trocknen oder Dörren: Bei dieser Methode wird den Lebensmitteln die Feuchtigkeit entzogen und dadurch eine längere Haltbarkeit erzielt. Ob an der Luft, im Backofen oder mit einem speziellen Dörrautomaten hängt etwas von dem Lebensmittel ab, dass du haltbar machen willst, aber auch von deiner Küchenausstattung.
- Gefriertrocknen: Viele Lebensmittel lassen ich auch mithilfe eines Gefriertrockners haltbar machen. Dadurch, dass den Lebensmitteln das Wasser entzogen wird, werden sie für eine sehr lange Zeit haltbar. Der Nachteil an diesem Verfahren ist, dass man ein spezielles Gerät dafür benötigt, was nur wenige Haushalte besitzen und dass diese oft recht preisintensiv sind. Ob sich die Anschaffung für dich lohnt, musst du daher individuell entscheiden.
All diese verschiedenen Methoden können dir dabei helfen, deine frischen Lebensmittel länger haltbar zu machen, sodass du sie gut als Teil deiner Vorratshaltung aufbewahren kannst.
Aufstocken mit Lebensmitteln im Angebot
Damit du mithilfe deiner Vorratshaltung Geld sparen kannst, solltest du darauf achten, Lebensmittel und andere Produkte dann zu kaufen, wenn sie im Angebot sind oder es einen Rabatt gibt. So musst du nicht den vollen Preis zahlen, was mit der Zeit einen deutlichen Unterschied in deinem Budget ausmachen wird. Eine gute Faustregel ist: Eins für jetzt und zwei für später.
Spezielle Vorratshaltung
Neben Lebensmitteln gibt es noch weitere Sachen, die du in deine Vorratshaltung aufnehmen kannst. Dies sind vor allem Verbrauchsprodukte für deinen Haushalt. Folgende Dinge könnte dein Vorrat enthalten:
- Medikamente: Erkältungsmittel, Schmerztabletten, nach Bedarf weitere Arzneimittel
- Haushaltswaren: Toilettenpapier, Küchenrolle, Zahnbürsten, Duschprodukte, Zahnpasta
- Dinge für den Notfall: Erste-Hilfe Materialien, Batterien, Kerzen, Streichhölzer
- Haustierbedarf: Futter, ggf. Medikamente
Da diese Sachen sich fast immer, Medikamente ausgenommen, unendlich lange lagern lassen, kannst du sie ohne Bedenken in deinen Vorrat aufnehmen.
Organisation und grundlegende Prinzipien
Welche grundlegenden Prinzipien kannst du anwenden, damit eine Vorratshaltung in deinem Zuhause gut funktioniert?
- regelmäßige Inventur: Führe regelmäßig eine Inventur, der bereits vorhanden Lebensmittel, durch. Was muss aufgebraucht werden? Was fehlt? Welche Lebensmittel verwendest du doch nicht so häufig wie vielleicht gedacht?
- ähnliche Lebensmittel zusammenlagern: Gruppiere deine Lebensmittel in unterschiedliche Kategorien. Beispielsweise Nudeln, Brot&Brötchen, Frühstück etc. Suche dir die Organisation aus, die am besten zu dir passt. Das erleichtert dir die Übersicht, über deine Vorräte.
- Rotiere deine Lebensmittel: Das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt nichts darüber aus, ob ein Lebensmittel noch gut ist oder nicht. Allerdings lässt die Qualität eines Lebensmittels, was bereits sehr alt ist, möglicherweise mit der Zeit nach. Rotiere daher deine Vorräte. Neue Produkte kommen ganz hinten ins Regal und ältere Produkte werden nach vorne gestellt. So hältst du deine Vorräte frisch und brauchst ältere Lebensmittel rechtzeitig auf.
Schnelle Tipps für deine Vorratshaltung
- wenig Platz?: Es muss nicht immer ein Vorratsschrank oder ein Abstellraum sein. Wenn du wenig Platz zur Verfügung hast, ist es an der Zeit kreativ zu werden. Wo findest du Platz, um einen kleinen Vorrat aufzubauen?
- trockene Lebensmittel einfrieren: Klingt komisch, hilft allerdings deine Vorratshaltung frei von Schädlingen zu halten. Mehl, Grieß, Paniermehl usw. für eine Nacht ins Gefrierfach legen, bevor du es lagerst. So werden Schädlinge, die sich möglicherweise beim Kauf in der Verpackung befunden haben, abgetötet und deine gelagerten Lebensmittel sind sicher.
- Honig lagern: Honig ist quasi unendlich haltbar. Mit der Zeit fängt er allerdings an zu kristallisieren. Das ist vollkommen normal und beeinträchtigt die Qualität nicht. Stelle dein Honigglas in ein Gefäß mit warmen Wasser. Nach einer Weile sind die Kristalle verschwunden.
Die Vorratshaltung hat viele Vorteile, die auch du dir leicht zunutze machen kannst. Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, könnten dich auch diese Themen interessieren:
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