Die Umschlagmethode, Cash Stuffing oder Sparen mit Briefumschlägen. Es gibt viele Begriffe für die beliebte Budgetmethode, die vor allem auf der Bezahlung mit Bargeld basiert. Teilweise wird auf bargeldlose Bezahlmethoden bzw. Kartenzahlung vollständig verzichtet. Oft wird diese Art zu budgetieren als einfachste Methode für Anfänger dargestellt. Aber stimmt das auch?

Wenn es ums Bezahlen geht, dann gibt es oft zwei unterschiedliche Teams. Team Bargeld oder Team Kartenzahlung. Natürlich bezahlen die wenigsten Menschen nur mit der einen oder nur mit der anderen Methode. Aber wenn man die Menschen in seinem Umfeld befragt, werden sie sicher eine Präferenz für eine der beiden Möglichkeiten haben.
Beide Bezahlmethoden haben sowohl ihre Vorteile als auch ganz klare Nachteile gegenüber der anderen Bezahlart. Um die Nachteile zu minimieren und im Alltag so bequem wie möglich zu bezahlen, verwenden viele Menschen eine Mischung aus Bargeld- und Kartenzahlung. Auch die Art, wie man sein Budget steuert, spielt dabei eine Rolle. So ist die Umschlagmethode vor allem durch einen starken Fokus auf die Bezahlung mit Bargeld geprägt. Die bargeldlosen Bezahlalternativen sind vor allem, wenn es um die Automatisierung des Budgets geht, von Vorteil.
Ich möchte in diesem Artikel vor allem auf die Herausforderungen eingehen, die das Budgetieren mit Bargeld und die Umschlagmethode mit sich bringen. Es sei allerdings an dieser Stelle auch ganz deutlich gesagt, dass du für deine Finanzen natürlich die Methode wählen solltest, die für dich persönlich am leichtesten umzusetzen ist, denn schlussendlich muss dein Budget für dich funktionieren.
Was ist die Umschlagmethode?
Beim Budgetieren mit Briefumschlägen wird dein Einkommen, wie es der Name schon sagt, in unterschiedliche Umschläge aufgeteilt. Jeder dieser Briefumschläge spiegelt eine deiner Budgetkategorien wider. Du setzt, wie auch bei anderen Budgetmethoden für jede Kategorie eine Summe fest. Anschließend kommt das sogenannte Cash Stuffing, also das Befüllen der einzelnen Umschläge mit dem entsprechenden Bargeld für den Monat.
Wenn du im Laufe des Monats Geld ausgibst, nimmst du das Bargeld aus dem zur Ausgabe passenden Umschlag. Sollte ein Umschlag im Laufe des Monats leer werden, signalisiert es dir, dass deine Budgetkategorie für diesen Monat aufgebraucht ist. Es gibt allerdings auch Variationen dieser Methode, um die bargeldlose Bezahlung im Budget darzustellen.
Welche Schwachstellen hat die Umschlagmethode?
Neben den vielen Vorteilen, die diese Budgetmethode bietet, gibt es allerdings auch einige deutliche Schwachstellen, auf die ich im Folgenden eingehen will.
1. Wenig Transparenz
Die erste große Schwachstelle, die die Umschlagmethode meiner Meinung nach hat, ist die fehlende Transparenz. Das bezieht sich allerdings weniger auf die Methode, als eher auch die Bezahlung mit Bargeld. Die Bezahlung mit Bargeld lässt sich im Nachgang meist nicht mehr vollständig nachvollziehen. Habe ich Transaktionen vergessen? Habe ich Geld verloren oder falsches Wechselgeld bekommen? Besonders wenn man viele unterschiedliche Ausgaben hat, kann es schwer sein sich an alle Transaktionen zu erinnern. Dadurch besteht die Gefahr, dass man keinen Überblick hat, wofür man sein Geld ausgegeben hat. Diese Information ist allerdings wichtig, um dein Budget besser auf dich anzupassen und für deine Situation maßzuschneidern.
Außerdem fehlt mir persönlich bei dieser Methode die Möglichkeit auf einen Blick zu sehen, wie viel Geld ich in welcher Kategorie bereits ausgegeben habe und wie viel Geld noch da ist. Jetzt könnte man natürlich behaupten: „Ich muss doch einfach nur in meine Umschläge schauen, dann weiß ich viel ich schon ausgeben habe und was noch da ist.“ Dazu muss man aber jeden einzelnen Umschlag öffnen und nachzählen. Der schnelle Überblick über alle Kategorien fehlt mir hier und damit auch ein Stück weit die Kontrolle über meine Finanzen.
2. Hoher manueller Aufwand
Wenn es ums Budgetieren geht, möchte ich, dass es so schnell und mit wenig Aufwand wie möglich verbunden ist. Das hilft dabei auch in einem stressigen Alltag meine Finanzen zu jedem Zeitpunkt im Griff zu haben.
Das Bargeld bei der Bank abholen, Umschläge beschriften und bestücken sowie das händische Aufzeichnen der Ausgaben fordert einen hohen manuellen Aufwand. Andere Möglichkeiten zu budgetieren, wie zum Beispiel Apps oder ein Exceldokument, helfen dabei, den Prozess so automatisiert wie möglich zu machen. In Kombination mit bargeldlosen Zahlungen lassen sich die Bankdaten einfach in diese Programme importieren. Der große Vorteil dabei ist, dass man sich keine Sorgen machen muss, eine Ausgabe zu vergessen. Ich weiß, dass Excel nicht das Programm für jeden ist und auch nicht jeder sein Budget in einer App pflegen will. Wenn es allerdings um die Datenhaltung und die Möglichkeiten der Automatisierung geht, ist die Umschlagmethode hier leider im Nachteil.
3. Mangelnde Flexibilität und starre Budgetierung
Fehlende Flexibilität ist für mich eine weitere große Schwachstelle der Umschlagmethode. Das Leben verläuft nicht immer gradlinig und so ist es auch mit den Finanzen. Unvorhergesehene Ausgaben können schnell die starren Budgetkategorien sprengen. Eine Anpassung der Kategorien ist nur mit viel Aufwand möglich. Natürlich könnte man jetzt beliebig Geld aus anderen Kategorien entnehmen, allerdings wird es dann schnell unübersichtlich und am Ende des Monats kaum nachzuvollziehen.
4. Risiko die Umschläge zu verlieren
Für mich die größte Schwachstelle der Umschlagmethode bzw. des Budgetierens mit Bargeld, ist die Sorge vor dem Verlust oder Diebstahl der Umschläge. Häufig wird das gesamte Geld für den Monat und auch weitere Sinking Funds für größere Ausgaben in die einzelnen Umschläge verteilt, sodass der Verlust eines Umschlags oder sogar aller Umschläge katastrophale Folgen haben kann.
Um das zu verhindern, bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, die Umschläge zu Hause an einem sicheren Ort zu lassen. Aber was, wenn man doch etwas Geld benötigt? Natürlich gibt es meist für alles eine Lösung, allerdings ist Bargeld an dieser Stelle deutlich umständlicher als bargeldlose Bezahlmethoden.
5. fehlende langfristige Planung
Die Umschlagmethode allein betrachtet das Budget vor allem für einen alleinstehenden Monat. Die langfristige zukünftige Planung der Finanzen oder auch der Vergleich zu den Vormonaten fehlt an dieser Stelle. Wer genauere Informationen über sein Budget möchte, ist auf weitere Dokumentation bzw. die Kombination mit einer weiteren Budgetmethode angewiesen.
Fazit zur Umschlagmethode
Für mich persönlich ist die Umschlagmethode alles andere als „die einfachste Budgetmethode“. Die Kombination aus hohem manuellen Aufwand und den Nachteilen durch das Budgetieren mit Bargeld bieten zu viele Schwachstellen für ein zuverlässiges und effizientes Budget.
Abschließend sei allerdings noch einmal deutlich gesagt, dass die Umschlagmethode und das Budgetieren mit Bargeld auch Vorteile hat. Für viele Menschen bringt es vor allem psychologische Vorteile und hilft dabei, die eigenen Finanzen bewusster wahrzunehmen. Es fordert außerdem eine gewisse Disziplin im Umgang mit Geld.
Am Ende ist es daher individuelle Geschmackssache, welche Art des Budgetierens am besten zu dir und deinen Lebensumständen passt. Wichtig ist allerdings, dass man überhaupt budgetiert und so aktiv die eigene finanzielle Zukunft steuert.
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