„Mindestens haltbar bis“, diese Worte sind dir sicher schon einmal auf verpackten Produkte oder Getränken begegnet. Doch was sagt das Mindesthaltbarkeitsdatum tatsächlich aus und was passiert, wenn das Datum überschritten ist? Lebensmittel mit MHD sind in vielen Ländern der Welt verbreitet und doch herrscht oft Unsicherheit, was genau dahinter steckt und was zu beachten ist.
Was ist das Mindesthaltbarkeitsdatum?
Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) findet sich auf allen verpackten Lebensmitteln und Getränken. Dies ist laut EU-Recht für alle Lebensmittel vorgeschrieben. Auch viele weitere Länder, wie die USA, Kanada, Japan, Neuseeland oder Australien haben vergleichbare Vorschriften.
In der EU dürfen Produkte auch nach Ablauf des MHD verkauft werden, solange sie sich in einem einwandfreien Zustand befinden. Was sagt es allerdings genau aus?
Das MHD ist eine Qualitätsauskunft. Damit garantieren die Hersteller, dass ein Produkt, welches unter den angegebenen Lagerbedingungen gelagert wurde, seine spezifischen Eigenschaften wie Geschmack, Farbe, Konsistenz und Nährwert behält. Über die Sicherheit des Verzehrs sagt dieses Datum allerdings nichts aus.
Lebensmittel mit MHD vs. Lebensmittel mit Verbrauchsdatum
Ein bisschen anders ist die Lage, wenn auf der Verpackung die Worte „zu verbrauchen bis“ stehen. Diese findest du häufig auf schnell verderblichen Lebensmitteln, wie rohem Fisch oder Fleisch, Feinkostsalaten, Hackfleisch und bereits zubereiteten Salaten. Hierbei handelt es sich um das Verbrauchsdatum. Dieses findest du stets in der Kombination mit genauen Bedingungen für die richtige Lagerung, beispielsweise „Ungeöffnet bei 2° C zu verbrauchen bis: “. Damit wollen Hersteller sicherstellen, dass du diese Lebensmittel sicher und ohne Risiko für die Gesundheit verzehren kannst. Nach diesem Datum ist der Verkauf des Produkts verboten, da diese deine Gesundheit gefährden können.
Warum ist das Mindesthaltbarkeitsdatum problematisch?
- falsche Interpretation: Durch fehlende Aufklärung kommt es immer wieder dazu, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum als ein Verbrauchsdatum interpretiert wird. Die Annahme, dass Produkte nach dem Ablauf des MHD schlecht sind, führt dazu, dass noch genießbare Lebensmittel vorzeitig entsorgt werden.
- psychologische Faktoren: Ein abgelaufenes MHD führt bei vielen Menschen zu Verunsicherung über die Sicherheit des entsprechenden Lebensmittels. Die Angst vor gesundheitlichen Risiken wächst und das führt dazu, dass viele Lebensmittel vorschnell weggeworfen werden.
- pauschale Angaben: Das Mindesthaltbarkeitsdatum steht oft pauschal auf die Verpackungen gedruckt. Einzelne Chargen werden meist nicht unterschieden. Außerdem geht dieses Datum von durchgängig idealen Lagerbedingungen aus. Schwankungen in der Produktion, dem Transport oder der Lagerung sind dabei nicht berücksichtigt.
- Ressourcenverschwendung: Die Lebensmittelproduktion und die Verpackung von Lebensmitteln benötigen viele Ressourcen, wie Wasser, Energie und Anbaufläche. Durch die vorzeitige Entsorgung von Produkten mit abgelaufenem MHD, werden Ressourcen von Anbau bis hin zum Verkauf ineffizient genutzt. Die Verschwendung von Lebensmitteln trägt daher deutlich zur Umweltbelastung bei.
Was passiert, wenn Lebensmittel mit MDH abgelaufen sind?
Sind Lebensmittel mit dem Tag des abgelaufenen MHD schlecht? Entsorgst du sie? Was kannst du tun, um zu erkennen, dass diese Lebensmittel noch zum Verzehr geeignet sind?
Jedes Jahr werden rund 82 kg Lebensmittel pro Kopf entsorgt. Die meisten davon haben ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum, sind allerdings noch lange nicht verdorben. Getränke und Lebensmittel, die das MHD überschritten haben, musst du selbstverständlich nicht sofort entsorgen. Nur beim Verbrauchsdatum solltest du vorsichtiger sein.
Wie erkennst du, ob ein Produkt noch zum Verzehr geeignet ist?
Um zu prüfen, ob ein Lebensmittel noch zum Verzehr geeignet ist, bist du bestens ausgestattet. Dein Körper besitzt fünf verschiedene Sinne, mit deren Hilfe du ganz einfach testen kannst, ob ein Lebensmittel noch zum Verzehr geeignet ist.
Welche sensorischen Tests kannst du durchführen, um zu prüfen, ob ein Lebensmittel noch für den Verzehr geeignet ist?:
- Sehen: Schaue dir das Lebensmittel genau an, gibt es irgendwelche optischen Hinweise, dass das Produkt verdorben ist? Schimmel, Veränderungen der Farbe oder aufgeblähte Verpackungen können ein Anzeichen für ein verdorbenes Lebensmittel sein.
- Riechen: Dein Geruchssinn gibt dir ziemlich schnell einen Hinweis darauf, ob ein Produkt noch zum Verzehr geeignet ist. Hat sich der Geruch verändert? Riecht es unangenehm, säuerlich oder insgesamt anders als sonst?
- Hören: Manchmal kannst du sogar hören, dass ein Produkt verdorben ist. Ein ungewolltes zischendes Geräusch ist oft ein Anzeichen dafür, dass chemische Prozesse eingesetzt haben, die darauf hinweisen, dass ein Lebensmittel verdorben ist.
- Fühlen: Hat sich die Textur oder Konsistenz des Lebensmittels verändert? Indem du deinen Tastsinn nutzt, kannst du weitere Hinweise darauf finden, ob ein problemloser Verzehr möglich ist.
- Schmecken: Einer der deutlichsten Hinweise darauf, ob ein Produkt bereits verdorben ist, ist der Geschmack. Lebensmittel, die dabei sind zu verderben, verändern meist ihren Geschmack. Sie werden, sauer oder du kannst ein Kribbeln auf der Zunge wahrnehmen.
Mithilfe dieser Tests kannst du für fast alle Lebensmittel sehr gut feststellen, ob sie zum Verzehr geeignet sind. Vertraue auf deine Instinkte. Du wirst mit Sicherheit schnell feststellen, wenn ein Lebensmittel nicht mehr zum Verzehr geeignet ist. Dieses Vorgehen hilft, unnötige Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.
Welche Ausnahmen gibt es?
Es gibt noch ein paar Ausnahmen, bei denen die Lebensmittel zwar nicht verdorben sind, allerdings stark an Qualität eingebüßt haben. Diese Produkte sind zwar nicht schädlich, erfüllen aber womöglich auch nicht mehr ihren eigentlichen Zweck. Dies können beispielsweise Gewürze sein, die mit der Zeit ihr Aroma verloren haben oder Produkte, wie Backpulver und Hefe, denen die Backtriebkraft verloren gegangen ist. Es gibt allerdings auch Produkte, die unter den richtigen Lagerbedingungen quasi unbegrenzt haltbar sind. Dazu zählen unter anderem Zucker, Salz und Honig. Auch Mehl, Nudeln, getrocknete Hülsenfrüchte und Konserven können noch weit nach ihrem eigentlichen MHD problemlos verwendet werden.
Kann man Lebensmittel mit MHD länger haltbar machen?
Die richtige Lagerung deiner Lebensmittel spielt eine entscheidende Rolle. Die aufgedruckten Lagerhinweise helfen dir dabei, deine gekauften Produkte so zu lagern, dass die Qualität möglichst lange erhalten bleibt und das Produkt sicher für den Verzehr ist.
Wenn sich das MHD nähert, gibt es unterschiedliche Konservierungsmöglichkeiten, die dir helfen, die Haltbarkeit deiner Lebensmittel zu verlängern. Die einfachste Möglichkeit, Produkte länger haltbar zu machen, ist das Einfrieren. So kannst du nicht nur Produkte, die sich dem MHD nähern, haltbar machen, sondern auch Produkte, wie frisches Fleisch oder Fisch, die ein Verbrauchsdatum haben, können so weit über das ursprüngliche Datum hinaus haltbar gemacht werden. Achte jedoch darauf, dass mit der Zeit Gefrierbrand zu einer Minderung der Qualität führen kann. Führe daher stets eine sensorische Prüfung durch, bevor du diese Lebensmittel weiterverarbeitest.
Lebensmittel mit MHD – Mein Fazit
Lebensmittel mit MHD sind Fluch und Segen zugleich. Einerseits hilft dir das MHD dabei, regelmäßig deine Vorratshaltung zu rotieren und die Hersteller geben ein Qualitätsversprechen für ihre Produkte ab. Auf der anderen Seite kommt es durch fehlende Aufklärung zu viel Verunsicherung, die wiederum dazu führt, dass Lebensmittel, aus Sorge vor einer gesundheitlichen Gefährdung, oft viel zu früh entsorgt werden. Diese Lebensmittelverschwendung belastet die Umwelt, die Gesellschaft und deinen Geldbeutel.
Es ist wichtig, das MHD zu verstehen und zu beachten. Du kannst trotzdem viele Produkte auch nach Ablauf des MHD noch sicher konsumieren. Achte darauf, sie ordnungsgemäß zu lagern und dass sie keine Anzeichen von Ungenießbarkeit aufweisen.
Ich hoffe, ich konnte mit diesem Artikel ein bisschen Licht ins Dunkel bringen, wenn es um das Thema Lebensmittel mit MHD geht. Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, könnten dich auch diese Themen interessieren:
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