Hast du dich morgens beim Aufstehen schon mal gefragt, mit welchem Bein du zuerst aus dem Bett steigen solltest? Nein? Das liegt daran, dass diese Bewegung für die meisten Menschen vollkommen unterbewusst passiert. Du überlegst dir zwar, dass es Zeit zum Aufstehen ist, aber nicht welcher Fuß zuerst den Boden berührt. Du folgst einer von vielen Gewohnheiten, die deinen Alltag begleiten.
Zähne putzen nach dem Aufstehen, der morgendliche Kaffee oder lesen vor dem Einschlafen. All das sind Gewohnheiten, die für viele ganz natürliche Bestandteile des Alltags sind. Was sind Gewohnheiten, wie unterscheiden sie sich von bewussten Entscheidungen oder Routinen und wie kann man sie ändern? Diesen Fragen gehen wir im Folgenden auf den Grund.
Was sind Gewohnheiten und welche Bedeutung haben sie im Alltag?
Gewohnheiten sind Verhaltensweisen oder auch Denkmuster, die immer wieder wiederholt wurden und so über die Zeit zu einem Automatismus geworden sind. Häufig fällt dir wahrscheinlich nicht mal mehr auf, dass du gerade einer Gewohnheit nachgehst. Sie sind Teil jedes Lebensbereichs und beeinflussen diese enorm.
Sie helfen uns, den Alltag effizient zu gestalten und schützen vor der Ermüdung durch zu viele Entscheidungen. Gewohnheiten sind die unterbewussten Abläufe, die beeinflussen, wie wir handeln und was auch, wie wir uns fühlen.
Im Gegensatz zu Gewohnheiten stehen die bewussten Entscheidungen. Diese triffst du durch aktives Nachdenken sowie dem Abwägen unterschiedlicher Alternativen. Entscheidungen triffst du meist im Einklang mit deinen Werten und Zielen. Wir treffen am Tag tausende von Entscheidungen. Um diese Last meistern zu können, entwickeln wir unterbewusste Gewohnheiten, die einen Teil der Entscheidungslast reduzieren.
Wie entwickelst du Gewohnheiten?
Die Entwicklung von Gewohnheiten ist oft ein schleichender Prozess, von dem du oft nicht mitbekommst, dass er passiert. Es gibt unterschiedliche Gründe für die Entstehung von Gewohnheiten. Das kann so etwas Einfaches wie eine regelmäßige Wiederholung einer bestimmten Handlung sein. Allerdings haben auch dein soziales Umfeld, deine Ziele, bestimmte Orte bzw. Kontexte sowie das Belohnungsempfinden in deinem Gehirn einen Einfluss darauf, welche Gewohnheiten du entwickelst.
Das tägliche Putzen deiner Zähne oder der morgendliche Kaffee sind typische Beispiele für die Entwicklung von Gewohnheiten durch Wiederholung. Das Bedürfnis einen Snack zu essen, wenn du abends einen Film schaust, ist dagegen eher ein Beispiel für eine Gewohnheit, die durch einen Kontext entstanden ist.
Was ist der Unterschied zwischen Routinen und Gewohnheiten?
Neben Gewohnheiten sind Routinen maßgeblich dafür verantwortlich, wie du deinen Tag gestaltest. Sie sind eng miteinander verbunden.
Routinen sind eine Abfolge von bestimmten Handlungen, die du bewusst planst und dann wiederholt ausführst. Sie können zu regelmäßigen Verhaltensmustern werden und so in eine Gewohnheit übergehen. Typische Beispiele sind eine Morgenroutine oder auch eine Abendroutine.
Sowohl Gewohnheiten als auch Routinen helfen dir dabei deinen Tag strukturiert und effizient zu gestalten. Sie sind ein wichtiger Bestandteil deines Alltags, daher ist es wichtig auf deine Gewohnheiten und Routinen zu achten und sie zu ändern, wenn sie nicht im Einklang mit deinen Zielen stehen.
Kann man Gewohnheiten ändern?
Es gibt positive und negative Gewohnheiten. Während positive Gewohnheiten unseren Alltag erleichtern, können negative zu ungewollten Folgen führen. Du hast dich daher sicher auch schon einmal gefragt, ob man Gewohnheiten ändern kann und wenn ja, wie.
Wenn sich Gewohnheiten bereits etabliert haben, ist es häufig schwer, diese bewusst wahrzunehmen. Die automatisierten Verhaltensmuster laufen meist vollkommen unbemerkt ab, da sie Teil deines Alltags geworden sind.
Diese Schritte und Strategien können dir dabei helfen, deine Gewohnheiten zu verändern:
1. Mach dir deine Gewohnheiten bewusst
Als Erstes muss dir einer Verhaltensweise bewusst werden. Dies benötigte eine bewusste Reflexion deiner aktuellen Situation. Da es sich um unterbewusste Automatismen handelt, ist es oft gar nicht so leicht, diese überhaupt bewusst wahrzunehmen. Nimm dir etwas Zeit, um die Gewohnheit, die du ändern möchtest, zu identifizieren.
2. Verstehe dein Warum
Warum möchtest du sie ändern? Wenn du die Gewohnheit identifiziert hast, ist es an der Zeit dich zu fragen, warum du eine Veränderung möchtest. Was sind deine Beweggründe und Ziele? Deine Motivation zu verstehen hilft dir dabei langfristig an der Veränderung zu arbeiten.
3. Setze dir Ziele und mach einen Plan
Nun geht es an die Umsetzung der Veränderung. Setze dir ein ganz konkretes Ziel. Es sollte sehr genau formuliert, aber auch realistisch sein. Es ist außerdem hilfreich, dein Ziel in einer positiven Art zu formulieren. Das steigert deine Motivation. Negativ formulierte Ziele hingegen können schnell wie ein Verbot oder eine Strafe wirken und die Chance, dass du deine dauerhafte Veränderung erreichst, wird dadurch unwahrscheinlicher.
4. Passe deine Umgebung und deine Routine an
Da Gewohnheiten ein fester Bestandteil deines Alltags sind, ist es wichtig, dass du auch deine Umgebung und deine tägliche Routine an die gewünschte Veränderung anpasst. Hast du beispielsweise das Ziel abends auf dem Sofa weniger ungesunde Snacks zu essen, könntest du die ungesunden Lebensmittel aus deinem Zuhause entfernen. Damit verringerst du die Versuchung, wieder in alte Muster zurückzufallen.
Du kannst dir auch eine Ersatzhandlung überlegen, mit der du die alte Gewohnheit ersetzt und so eine neue Verhaltensweise schaffst. Im Beispiel des abendlichen Snacks könnten es Gemüsestreifen statt Chips sein. Du behältst die Gewohnheit des Snacken bei, ersetzt diese aber durch eine gesündere Alternative.
Du kannst allerdings auch eine Veränderung deiner Routine vornehmen, um ungewollte Verhaltensweisen abzulegen. Anstatt abends den Fernseher anzuschalten, könntest du es dir mit einem Buch und einer Tasse Tee gemütlich machen. Du veränderst deine abendliche Routine, schaffst eine Ersatzhandlung und beseitigst den Kontext, der dich zum ungesunden Essen am Abend führt.
5. Hab Geduld
Gewohnheiten zu ändern, ist ein langwieriger Prozess. Es ist wichtig, dass du geduldig mit dir selbst bist und dein Ziel mit Ausdauer verfolgst. Es wird sicher auch immer wieder Rückschläge auf deinem Weg geben, das ist vollkommen normal. Sei nachsichtig mit dir selbst und mach da weiter, wo du aufgehört hast.
Halte dich an deinem Ziel fest und führe dir immer wieder dein »Warum« vor Augen. Mit der Zeit wirst du neue Gewohnheiten etablieren können und die ungewollten Verhaltensweisen ablegen.
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