In 6 einfachen Schritten zur ersten eigenen Budgetplanung. Die eigenen Finanzen zu budgetieren klingt kompliziert und einengend, oder? Das muss es aber absolut nicht sein. In diesem Beitrag erkläre ich euch, wie man als Neuling damit beginnen kann, die persönlichen Finanzen zu budgetieren.
Was ist eine Budgetplanung?
Ein Budget ist ganz einfach ein Plan für deine Finanzen. Es werden alle deine Einnahmen und Ausgaben erfasst, sodass du einen Überblick hast, was mit jedem Euro passiert. Dabei ist besonders wichtig, dass ein Budget immer persönlich ist und zu dir passt. Dazu überlegst du dir am besten zu Beginn, welche Ziele zu verfolgen willst und was deine Prioritäten sind. Diese sind natürlich nicht in Stein gemeißelt und können sich jederzeit ändern, wenn sich die Prioritäten in deinem Leben ändern.
Wie fange ich an zu budgetieren?
Schritt 1: Welche Ziele verfolgst du?
Zuerst überlege dir, welche Ziele du mit deinem Budget verfolgen willst. Hast du Schulden, die du abbezahlen willst oder möchtest du Geld für einen Notgroschen ansparen? Vielleicht träumst du auch von einem längeren Urlaub und möchtest Geld für deine Urlaubskasse zurücklegen oder Eigenkapital für den Traum vom eigenen Haus ansparen. Was auch immer in deinem Leben aktuell die höchste Priorität hat, sollte auch einen Platz in deinem Budget finden.
Schritt 2: Für welchen Zeitraum planst du?
Nachdem du dir überlegt hast, welche deiner Ziele einen Platz in deinem Budget finden sollen, ist es nun an der Zeit über einen geeigneten Zeitraum für deine Budgetplanung nachzudenken. Ich persönlich verschaffe mir zuerst mit einem Jahresbudget einen groben Überblick über die kommenden 12 Monate. Dabei verwende ich die Zahlen, die ich heute schon weiß oder die am wahrscheinlichsten sind. Sollten sich im Jahresverlauf Änderungen ergeben, passe ich die geplanten Werte in meinem Jahresbudget entsprechend an. Für eine genauere Planung verwende ich dann ein monatliches Budget.
Schritt 3: Welche Einnahmen hast du?
Nachdem du dir überlegt hast, für welchen Zeitraum du dein Budget planst, schaust du dir im Anschluss an, welche Einnahmen du für den gleichen Zeitraum erwartetest. Als Einnahmen zählen alle Einkommensarten, die dir zur Verfügung stehen. Dieses Geld kann aus ganz unterschiedlichen Quellen kommen. Einige Beispiele für wiederkehrende Einnahmen sind:
- Lohn oder Gehalt von deinem Arbeitgeber
- Mieteinnahmen
- Einnahmen aus einem Nebenjob oder einer selbstständigen Tätigkeit
- Staatliche Unterstützung wie z. B. Kindergeld, Arbeitslosengeld, Elterngeld usw.
Dies sind nur ein paar der möglichen Einnahmen, die du regelmäßig erzielen kannst. Außerdem solltest du auch unregelmäßige Einnahmen in deinem Budget verplanen, insofern du schon während der Planung weißt, dass du dieses Geld erhalten wirst. Das könnten beispielsweise Steuererstattungen oder Gutschriften deiner Betriebskostenabrechnung sein. Allerdings solltest du deine Einnahmen immer nach dem Vorsichtsprinzip budgetieren und das Geld nur verplanen, wenn du sicher bist, es auch zu erhalten. Das gilt auch dann, wenn deine regelmäßigen Einnahmen in der Höhe variieren. Für deine Planung ist es immer sinnvoll, mit dem niedrigstmöglichen Einkommen zu rechnen. Solltest du dann doch mehr Einnahmen haben als ursprünglich geplant, kannst du dieses bei deinen Ist-Werten anpassen.
Schritt 4: Mit welchen fixen und variablen Ausgaben rechnest du?
Als Nächstes solltest du dir einen Überblick über alle deine Ausgaben verschaffen. Dazu zählen sowohl alle fixen bzw. wiederkehrenden Zahlungen als auch alle Kosten, die in ihrer Höhe und Häufigkeit variieren. Zu den typischen fixen Kosten eines Haushalts zählen zum Beispiel die Miete für deine Wohnung, Versicherungen, der Handyvertrag etc. Diese Kosten sind immer gleich hoch und kehren in regelmäßigen Abständen (Monat, Quartal, Jahr, usw.). Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch noch einige variable Zahlungen zu berücksichtigen. Das können Lebensmitteleinkäufe, die Tankfüllung für dein Auto oder Ausgaben für dein Hobby sein. Je genauer du dir ein Bild über deine fixen und variablen Ausgaben machen kannst, desto besser passt dein Budget am Ende zu deinem tatsächlichen Lebensstil. Wenn du zum ersten Mal ein Budget ausstellst, stellst du dir jetzt womöglich die Frage: Wofür gebe ich mein Geld überhaupt aus? Um einen ersten Überblick zu bekommen, schaust du dir einfach deine Kontoauszüge und ggf. Kassenzettel der letzten 3 Monate an und probierst, die einzelnen Zahlungen in grobe Kategorien einzuteilen. Somit bekommst du einen ersten Eindruck, wie viel Geld du in welchem Bereich ausgibst. Diese Werte kannst du zu Beginn deiner Budgetreise als Anhaltspunkt verwenden.
Schritt 5: Finde einen Platz für deine Ziele
Nachdem du nun alle deine Einnahmen und Ausgaben erfasst hast, ist es an der Zeit zu schauen, ob deine Budgetplanung funktionieren kann oder ob du möglicherweise überlegen musst, in welchen Kategorien zu Geld einsparen kannst. Deine Budgetplanung könnte jetzt beispielsweise folgendermaßen aussehen:
- Lohn bzw. Gehalt: 2.000 €
- Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit: 200 €
Deine Einnahmen haben somit eine Höhe von 2.200 €. Nun siehst du dir deine Ausgaben an:
- Miete: 900 €
- Lebensmittel: 300 €
- Tanken: 150 €
- Hobby: 300 €
- Shopping: 300 €
- Streamingdienste: 50 €
- Versicherungen: 300 €
Deine Ausgaben sind summiert 2.300 €. Damit hast du 100 € mehr Ausgaben als Einnahmen. Sollte dies der Fall sein, musst du dir überlegen, in welcher Kategorie du zukünftig realistisch Geld einsparen kannst. Einsparungen lassen sich vor allem bei den variablen Kosten schnell umsetzen. Beispielsweise überlegst du dir, dass du zukünftig in deiner Shopping-Kategorie nur noch 100 € ausgeben möchtest und auch in deiner Hobby-Kategorie 100 € einsparen kannst. Damit sinken deine Ausgaben auf 2000 €. Es sind noch 200 € in deinem Budget übrig. Diese kannst du dafür verwenden, an den Zielen zu arbeiten, die du dir im ersten Schritt überlegt hast. Dabei ist es dir überlassen, ob du ausschließlich an dem Ziel mit der höchsten Priorität arbeitest oder ob du an mehreren Zielen gleichzeitig verfolgst. Wichtig ist nur, dass dein Budget zu dir und deinem Lebensstil passen muss.
Schritt 6: Pflege und kontrolliere deine Budgetplanung regelmäßig
Der wichtigste Schritt in jeder Budgetplanung ist die Pflege und die Kontrolle der tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben. Dazu notierst du dir jede finanzielle Bewegung innerhalb deines gewählten Zeitraums. Du kannst beispielsweise einmal in der Woche alle Transaktionen, sei es mit Bargeld oder von deinem Bankkonto, in deinem Budget erfassen und kategorisieren. Ob du dein Budget mit Stift und Papier, in einer App oder in einem Kalkulationsprogramm pflegst, hängt ganz allein davon ab, was für dich in der Handhabung am besten funktioniert. Wichtig ist, dass du dir im Anschluss anschaust, ob du in allen Kategorien noch innerhalb deines geplanten Budgets bist oder ob du in manchen Kategorien schon zu viel ausgegeben hast. Wenn du merkst, dass manche Kategorien nicht so funktionieren, wie du es ursprünglich geplant hast, solltest du entsprechende Änderungen vornehmen. Mit etwas Zeit entsteht so eine Budgetplanung, die deinen individuellen Plänen und Zielen entspricht sowie deine tatsächliche finanzielle Situation widerspiegelt.
Mit diesen 6 einfachen Schritten steht dem Erfolg deiner ersten Budgetplanung nichts mehr im Weg. Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg bei der Erreichung deiner finanziellen Ziele.
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