Ablenkungen lauern an jeder Ecke. Da kann es zu einer echten Herausforderung werden, die Konzentration aufrechtzuerhalten. Die Verlockung kann groß sein, sich ablenken zu lassen. Während Ablenkung von vielen als Feind der Produktivität gesehen wird, gibt es auch noch eine zweite Seite. Eine, die es dem Geist erlaubt, sich zu entspannen und kreativ zu werden. Ablenkungen sollten daher als Werkzeug angesehen werden. Ungewollte Störung dahingegen vermieden werden.
Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten, die dazu führen, dass wir von einer Tätigkeit abgelenkt werden. Das aufblinkende Smartphone, mit einer neuen Benachrichtigung, das hupende Auto, oder eine bekannte Person, die uns freundlich zuwinkt. Die Liste an Reizen ist lang. Mit allen Sinnesorganen können wir Ablenkungen wahrnehmen.
Ist Ablenkung gut oder schlecht?
Wenn ich das Wort Ablenkung höre, denke ich direkt daran, wie ich bei einer wichtigen Aufgabe, die ich erledigen will, unterbrochen werde. Aber ist Ablenkung nur schlecht? Welche positiven Seiten kann Ablenkung haben?
Wie so oft im Leben gibt es nicht die eine richtige Antwort. Es hängt ganz von der Situation ab, ob du Ablenkung als etwas Positives oder Negatives empfindest.
Wann ist Ablenkung gut?
- Stressabbau: Dich von etwas abzulenken kann dir helfen dich zu entspannen und Stress abzubauen. Wenn du dich überfordert fühlst und das Gefühl hast festzustecken, kann es dir helfen etwas Abstand zu gewinnen. Die Gedanken für eine Zeit mit etwas anderem zu beschäftigen, wie lesen, Musik hören oder eine andere Tätigkeit ausführen, hilft dir durchzuatmen, sodass sich deine Gedanken beruhigen können.
- Kreativität ankurbeln: Ablenkungen können außerdem deinem Kopf helfen, neue Ideen zu entwickeln und kreativ zu werden. Du kannst auf vollkommen neue Gedankenanstöße und Perspektiven kommen, wenn du dich für eine Zeit von deiner Tätigkeit ablenken lässt. Lass deinen Geist eine Zeit lang treiben und beobachte, wie deine Gedanken ganz neue Wege nehmen.
- Ablenkung als Werkzeug: Ablenkung ist dann richtig gut, wenn du sie bewusst als ein Werkzeug einsetzen kannst. Wenn du wahrnimmst, dass du Ablenkung und eine Pause brauchst. Auch im Umgang mit Sorgen und Ängsten, kann es manchmal hilfreich sein, sich bewusst von negativen Gedanken abzulenken.
Wann ist Ablenkung unerwünscht?
- Prokrastination: Ablenkung kann dann zu einem Problem werden, wenn du dringend eine wichtige Aufgabe erledigen musst, diese allerdings lieber vor dir herschieben willst. Das kann deine Produktivität deutlich stören und so zu Stress führen, der womöglich vermeidbar gewesen wäre.
- Störung der Konzentration: Wenn du immer wieder von einer Aufgabe abgelenkt wirst, für die du eigentlich deine volle Konzentration benötigst, wird es dir schwerfallen den Fokus immer wieder neu auf diese Aufgabe zu richten. Ablenkungen können außerdem dazu führen, dass du gehäuft Fehler machst und deine Leistung darunter leidet. Konzentriertes Arbeiten ist häufig dann besonders wichtig, wenn es um komplexe Zusammenhänge geht, die eine hohe mentale Leistung benötigen. Dort immer wieder anzuknüpfen, wenn du abgelenkt wurdest, ist schwierig und Energie raubend.
- Verminderte Qualität der Arbeit: Kreative Ideen zu entwickeln, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und knifflige Probleme zu lösen, benötigt viel mentale Energie. Wenn du diese Aufgaben mit guten Ergebnissen erfüllen willst, ist es nötig, dass du dich tiefgreifend in das Thema hineindenkst. Nur durch ablenkungsfreies Arbeiten kannst du innovative Ideen entwickeln und wichtige Details im Auge behalten.
Warum lassen wir uns ablenken?
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum lassen wir uns eigentlich ablenken? Wenn wir vollkommen auf unsere aktuelle Tätigkeit konzentriert sind, sollte es doch möglich sein, den Fokus aufrechtzuerhalten, oder?
So einfach funktioniert es leider nicht. Wir Menschen sind nun mal keine Maschinen, die auf eine einzige Aufgabe programmiert wurden. Ablenkung ist daher ein ganz normaler Bestandteil des menschlichen Verhaltens und so sehr wir uns auch bemühen, wird es das auch stets bleiben.
Der Mensch ist von Natur aus neugierig und diese Neugier ist ein wichtiger Treiber für unser Verhalten. Früher war es sogar überlebenswichtig, wenn es beispielsweise darum ging, Geräusche von wilden Tieren wahrzunehmen. So sind wir auch heute noch darauf programmiert auf interessante Reize zu reagieren und davon angetrieben neues zu lernen.
Ein weiterer wichtiger Punkt, der dazu führt, dass wir uns ablenken lassen ist die Ausschüttung von Glücksgefühlen, vor allem Dopamin. Besonders positive Ablenkung wirkt auf das Gehirn wie eine Belohnung. Das können Nachrichten von Menschen sein, die uns nahe stehen oder auch lustige Videos im Internet. Dein Gehirn verlangt nach noch mehr Dopamin, sodass du das Bedürfnis hast, dich weiter abzulenken.
Aber auch sozialer Druck und Erwartungen können einen Einfluss darauf haben, wie häufig wir uns ablenken lassen. Die Angst etwas zu verpassen und die Normalisierung der ständigen Erreichbarkeit, führt bewusst oder unterbewusst zu einem Pflichtgefühl, so schnell wie möglich auf jede Nachricht und jeden Anruf zu antworten. Im Versuch nichts zu verpassen wirst du so häufiger von den Aktivitäten abgelenkt, die du gerade machst.
Was hilft gegen die unerwünschte Ablenkung?
Wie kann man sich trotz all der verschiedenen Ablenkungen konzentrieren? Viel besser noch: Wie kann man unerwünschte Ablenkungen reduzieren? Diese 5 Strategien helfen dir hoffentlich dabei, konzentrierter zu sein und Ablenkung zu vermeiden:
1. Auslöser für die Ablenkung identifizieren
Überlege, welche Reize dich am häufigsten ablenken! Wähle die richtige Arbeitsumgebung bzw. passe sie an, um dich besser zu konzentrieren. Du kannst dein Telefon beispielsweise in einem anderen Raum liegen lassen und auch andere Konzentrationsdiebe bewusst vermeiden. Nur wenn du deine größten Ablenkungen kennst, kannst du sie auch vermeiden.
2. Plane bewusst Pausen ein
Plane von Anfang an Pausen ein. Beispielsweise mit Zeitmanagementtechniken, wie der Pomodoro-Methode. Wenn du genau weißt, wann es Zeit ist sich zu konzentrieren und wann du dich erholen kannst, wird es dir leichter fallen dich auf deine Aufgabe zu fokussieren. Außerdem helfen dir Pausen dabei, deine Akkus wieder aufzuladen, sodass du nicht so schnell ermüdest. Zudem kannst du während einer Pause den Aktivitäten nachgehen, die dich ansonsten abgelenkt hätten. Beispielsweise auf Textnachrichten antworten oder lustige Videos ansehen.
3. gesunde Grenzen setzen
Grenzen sind wichtig, wenn du unerwünschte Ablenkungen vermeiden möchtest. Diese kannst du dir selbst, aber auch deinem Umfeld auferlegen. So kannst du beispielsweise deinen Kollegen oder deiner Familie kommunizieren, dass du in der nächsten Stunde an einer wichtigen Aufgabe arbeitest und nicht gestört werden möchtest. Überlege, welche Grenzen dir helfen können, damit du dich besser konzentrieren kannst.
4. langweilige Aufgaben interessant gestalten
Wenn Aufgaben langweilig sind, lässt man sich besonders gerne davon ablenken, obwohl man weiß, dass sie eigentlich gemacht werden sollten. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie du monotone Aufgaben interessanter gestalten kannst. Du könntest dir selbst kleine Herausforderungen stellen und die Aufgabe so zu einer Art Spiel machen oder du überlegst dir eine Belohnung, für die erfolgreiche Erledigung der Aufgabe. Es müssen keine großen Dinge sein, aber ein kleiner Ansporn, der dich motiviert, kann wahre Wunder wirken.
5. Zeit planen und »Brain Dump«
Nutze einen kurzen Moment, um deine Zeit zu planen und alle To-dos, die noch in deinem Kopf herumschwirren, auf einer »Brain Dump« Liste zu notieren. So befreist du deinen Kopf von vielen herumirrenden Gedankenfetzen. Du schaffst Platz in deinem Kopf, um dich besser auf eine einzelne Aufgabe konzentrieren zu können, ohne die Sorge etwas zu vergessen.
Ich hoffe, diese Tipps helfen dir dabei, dich besser zu konzentrieren und ungewollte Ablenkung zu vermeiden. Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, könnten dich auch diese Themen interessieren:
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